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Der Verein

 


Wie alles begann

Am Anfang waren Bedauern und Sorge. Bedauern darüber, dass immer mehr der preußischen Festungsanlagen in den Kölner Grünanlagen verfielen oder abgeräumt wurden. Sorge, dass diesem Prozess scheinbar unaufhaltsam ein historisches Erbe zum Opfer fiel, das einen wesentlichen Zeitraum der Stadtentwicklung Kölns dokumentiert. War es für Konrad Adenauer, den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Köln noch eine „Lebensfrage“, dass möglichst viel von den Forts und Zwischenwerken bei der „Entfestigung“ nach dem 1. Weltkrieg erhalten blieb, wurden eben diese Bauten nach dem 2. Weltkrieg eher als Denkmäler des Militarismus für nicht erhaltenswert erachtet und teilweise dem Verfall preisgegeben. Auch blieben die Bauwerke kaum im Bewusstsein der Kölner Bürger.

Erst Jahrzehnte nach Kriegsende begann sich ein Paradigmenwechsel durchzusetzen, aus dem heraus sich zur Jahrtausendwende wichtige Aktivitäten für einen sorgfältigeren Umgang mit dem historischen Erbe entwickelten. 1999 gab das Amt des Stadtkonservators, gemeinsam mit dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik und dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen drei Faltblätter für Radtouren „Auf den Spuren des preußischen Kölns“ heraus, 2000 beteiligte sich Köln als einziger deutscher Teilnehmer an der Veranstaltung Eurofort. Etwa zeitgleich entstanden ein Verein (AFK, seit 1998) und eine Gruppierung (CRIFA) Kölner Bürger, deren Vereinsziel die Untersuchung und Bewahrung der Bauwerke der ehemaligen Festung Köln ist.

Gründungsversammlung; Reinhard Zeese, 2009

Einen wichtigen Baustein für die Öffentlichkeitsarbeit zugunsten des militärhistorischen Erbes bildete der 2004 von Dr. Henriette Meynen als Mitarbeiterin des Stadtkonservators initiierte und mitgestaltete und zunächst noch auf die Preußenzeit fokussierte „Tag der Forts in Köln“. An seiner Gestaltung arbeiteten neben den bereits genannten Gruppierungen Mitglieder des RVDL und des Kölner Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen sowie Privatpersonen ehrenamtlich mit. Bereits im darauf folgenden Jahr wurde das Angebot um die Reste der mittelalterlichen Befestigungen erweitert. Sie werden teilweise von den Kölner Traditionscorps genutzt, deren Mitglieder ebenfalls Führungen anboten. Mit jedem Jahr nahm die Zahl ehrenamtlicher nicht organisierter Mitarbeiter zu, die Angebote konnten ausgeweitet werden und umfassten schließlich die 2000 Jahre der Geschichte Kölns als einer wehrhaften und bedeutenden Stadt. Allerdings zeigte sich, dass es durch diverse Veränderungen in Ämtern und Vereinigungen immer schwieriger wurde, das erweiterte Ziel der Aktivitäten zu verfolgen, nämlich über das einst befestigte Köln und die daraus resultierende Stadtentwicklung Wissen zu vermitteln, Forschung zu fördern und die Bewahrung und Dokumentation des hieraus resultierenden kulturellen Erbes zu unterstützen.

Festakt und Vorstellung am Hafenamt, Archiv Fortis Colonia, 2010

Deshalb setzten sich im Sommer 2009 interessierte Privatpersonen zusammen, beschlossen, einen Verein zu gründen und gaben ihm den Namen Fortis Colonia. Nachdem eine Satzung erstellt war, fand am 14. Oktober 2009 die Gründungsveranstaltung statt und am 18. Januar 2010 erfolgte die Eintragung beim Amtsgericht. Ein Logo wurde entwickelt und bereits am 13. März stellte sich der Verein in einer Festveranstaltung im Hafenamt, dem Verwaltungssitz der HGK, der Öffentlichkeit vor. Grußworte sprachen Regierungspräsident Hans Peter Lindlar und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch; Konrad Adenauer, der 1.Vorsitzende des neu gegründeten Vereins, stellte dessen Ziele vor. Festlicher Höhepunkt war der Vortrag von Frau Professor Dr. Hiltrud Kier, Kölner Stadtkonservatorin a.D. über „2000 Jahre befestigtes Köln“. Seit dem ersten Aktionswochenende am 5./6. Juni bietet der Verein in unregelmäßigen Abständen Führungen und Vorträge an. Immer mehr Kölner Bürgerinnen und Bürger unterstützen den Verein durch Mitgliedschaft und Mitarbeit. Es wird „sich gekümmert“.