Geschichtliches

Wir schreiben 2000 Jahre wehrhaftes Köln. Damit Sie sich eine Vorstellung davon machen können, was genau dies bedeutet, finden Sie nachfolgend eine Chronologie der Stadtbefestigungen von Köln.

Chronologie der Kölner Stadtbefestigungen

4 – 5 n. Chr.: Umwehrung des Oppidum Ubiorum in Köln mit dem südöstlichen Eckturm, dem „Ubiermonument“, Baubeginn einer steinernen Umwehrung und Fortsetzung als „murus gallicus“ (Holz-Erde-Mauer).
16. n. Chr.: Flottenlager der Classis Germanica, „Alteburg“ in Köln-Marienburg.
um 90 n. Chr.: Bau der steinernen Umwehrung der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA).
Mitte 2. Jh. n. Chr.: Schrittweise Überbauung des Hafens bzw. Erweiterung der Colonia nach Osten.
310 – 315 n. Chr.: Bau des steinernen Brückenkopfkastells Divitia/Deutz und der Konstantinbrücke.
407 n. Chr.: Beginn des Rückzugs der römischen Truppen vom Rhein, u.a. auch Aufgabe des Kastells Divitia/Deutz.
ab 431: Übernahme des Kastells durch die Franken und Ausbau zu einer befestigten fränkischen Siedlung (civitas Divitia). Teilweise Residenz des fränkischen Herrschers (Königshof) sowie Sitz des Grafen des alten Deutzgaus.
1106 ff.: Zweite mittelalterliche Stadterweiterung. Einbeziehung der Ortsteile vor der römischen Mauer im Norden, Westen und Süden (Niederich und Oversburg u.a.). Erstellung von Wällen mit Pallisaden und Gräben sowie 12 oder 13 Torbauten.
1179: Dritte mittelalterliche Stadterweiterung: Beginn der Anlage von Wall und Graben.
1180: Urkundlich genehmigter Baubeginn dieser Stadterweiterung.
1187: Errichtung von provisorischen Toren.
Ab 1200: Bau der mittelalterlichen Mauer.
1220 – 1260: Bau der landseitigen Torburgen.
vor 1370: Bau der Arken mit anschließendem Ausbau des Bayenturms und des Vorwerks am Kunibertsturms.
1386: Anlage eines zweiten Grabens vor der mittelalterlichen Befestigungsanlage und bis 1476 Bau von Vorhöfen und Torburgen.
ab Mitte 15. Jh.: Reparaturen der Mauer und Modernisierung der Wehranlagen, d. h. Bau moderner Zwinger und Vorfeldbefestigungen im Bereich der Torburgen sowie Anlage eines Weges mit einer Brustwehr (Mauer mit Schießscharten) vor dem äußeren Graben.
1632 – um 1689: geschlossener Bastionskranz um die mittelalterliche Mauer.
Ende 18.Jh.: Bestand von 25 Bastionen, Tiefe der Ausbauten vor der staufischen Stadtmauer bis zu 150 m.
1815 – 1829: Ausbesserung, Umbau und Neubau der Enceinte um die mittelalterliche Mauer mit 16 Bastionen und 13 Kaponnieren.
1816 – 1826: Bau der ersten Forts des inneren linksrheinischen Festungsrings (Forts II, IV, VI, VIII, X) in einem Abstand von 480 m und mehr zur mittelalterlichen Mauer sowie Bau der linksrheinischen und rechtsrheinischen Rheinufermauer und Bau einer Umwallung um Deutz.
1840 – 1846: Verstärkungsbauten der Enceinte.
1841 – 1847: Bau weiterer linksrheinischer Forts im inneren Festungsring (Forts I, III, V, VII, IX, XI).
1853: Errichtung des Malakoffturmes (Rheinauhafen).
1853 – 1863: Bau der detachierten rechtsrheinischen Forts vor der Deutzer Umwallung.
1873 – 1878: Errichtung der Forts I – VIII sowie der Zwischenwerke Ib – VIIIb des linksrheinischen äußeren Festungsgürtels entlang der neuen Militärringstraße.
1877 – 1880: Errichtung der Forts IX – XII und der Zwischenwerke IXa – XIIb des rechtsrheinischen Festungsgürtels entlang der neuen militärischen Ringstraße.
ab 1881: Abbruch von mittelalterlicher Mauer und Enceinte.
1882 – 1891: Bau der linksrheinischen Umwallung unter Einbeziehung einiger Forts des inneren Festungsgürtels (Fort I, IX, X, XI).
1886 – 1888: Umbau und Umnutzung eines ersten Festungswerkes zu zivilen Zwecken: Fort V (Zülpicher Straße): Verwaltungsgebäude des in seinem Umfeld errichteten Augustahospitals.
ab 1887: Verstärkung der Festungswerke in Ziegelbauweise durch Sandauflagen und Betonierungen sowie Bau weiterer kleinerer Zwischenfeldbauten (Infanterie-, Artillerie- und Munitionsräume u.a.).
1887 – 1889: Umbau und Umnutzung eines ersten Festungswerks zu einem „grünen Fort“: Fort IV (Volksgarten), Planung: Adolf Kowallek.
1891: Errichtung von drei Kaponnieren am linksrheinischen Ufer.
ab 1907: Schleifung der Deutzer Umwallung und Rheinuferbefestigung (Teilstück entlang der Siegburger Straße erhalten).
ab 1911: Schleifung der linksrheinischen Umwallung.
1914 – 1918: Armierung: Errichtung weiterer Zwischenfeldbauten. Anzahl der Bauten des äußeren Festungsgürtels gegen Ende des Krieges: 182.
1913 –1916: Umbau von zwei Festungswerken zu „grünen Forts“: Fort I (Friedenspark) und Fort XV (Rheinpark), Planung: Fritz Encke.
1910 –1920: Umnutzung von Fort X (Neusser Wall) zum „grünen Fort“ ohne wesentliche Umbauten.
1920 –1921: Schleifung des linksrheinischen äußeren Festungsgürtels: Schleifung aller Zwischenfeldbauten sowie der strategisch wichtigen Teile von Forts und Zwischenwerken, dabei Erhaltung fast aller Kehlkasernen, allerdings bei Verfüllung des Grabens vor dem Erdgeschoss der Forts.
1922 – 1924: Anlage des Inneren Grüngürtels im Bereich der ehemaligen inneren Umwallung und dessen davor liegenden freien Schussfeldes, Planung: Fritz Schumacher.
1922 – 1925: Schleifung des rechtsrheinischen äußeren Festungsgürtels: Schleifung aller Zwischenfeldbauten sowie der strategisch wichtigen Teile von Forts und Zwischenwerken, Beibehaltung der zweigeschossigen Höhe von Kehlkasernen der Forts.
1923 – 1931/32: Umgestaltung der erhaltenen Teile der äußeren Festungswerke in „grüne Forts“ nach den städtischen Plänen von Fritz Encke (bis 1925) und Theodor Nußbaum (ab 1926).
1926 – 1931/32: Anlage des Äußeren Grüngürtels im Südwesten und Westen Kölns, Planung: Fritz Encke bzw. ab 1927 Theodor Nußbaum.
um 1939 – 1945: Nutzung zahlreicher Festungswerke durch die Wehrmacht oder auch als Luftschutzbunker. Nationalistisches Kraftfahrkorps (NSKK) im Fort II (Longerich), Hauptgefechtstand der Kölner Luftabwehr in Fort IV (Bocklemünd), Sammellager der Juden vor dem Abtransport in die Konzentrationslager im Fort V (Müngersdorf), Einheiten der Bahnpolizei im Fort VII (Zollstock).
nach 1945: Nutzung vieler Festungswerke als Notunterkünfte oder durch Gewerbebetriebe, heute vielfach durch Vereine.
1.7. 1980: Alle erhaltenen Befestigungswerke unter Denkmalschutz.